Angststörungen, Ängste und der Unterschied zu Unsicherheiten
von Tina von Gadomski – 13. März 2026Angststörungen vers.-
Ängste oder Unsicherheiten.
Wenn dein Inneres auf Alarm geht
Ängste gehören zum Leben dazu.
sie sind nötig, denn sie wollen dich eigentlich nur schützen.
Manchmal werden sie aber so stark, dass sie deinen Alltag bestimmen,
und sich viel größer anfühlen als die Situation, tatsächlich ist.
Welche Arten von Ängsten es gibt
Du kannst Ängste auf unterschiedliche Weise erleben:
Alltagsängste
Du machst dir Sorgen um Arbeit, Gesundheit, Finanzen oder deine Beziehungen.
Die Gedanken kreisen, aber du kannst meist noch handeln und Entscheidungen treffen.
Konkrete Ängste und Phobien
Deine Angst richtet sich auf etwas Bestimmtes, z.B. Spinnen, Hunde, Höhe, Fliegen, Spritzen oder enge Räume., und noch vieles anderes.
Du weißt, dass die Situation objektiv nicht lebensgefährlich ist
und trotzdem fühlt sich dein Körper an, als ginge es um Leben und Tod.
Soziale Ängste
Du hast Angst dich zu blamieren, bewertet oder abgelehnt zu werden.
Situationen wie Vorträge halten,
neue Menschen kennenlernen oder im Mittelpunkt zu stehen,
können sich bedrohlich anfühlen, obwohl du „nur gesehen“ werden könntest.
Trennungs- und Verlustängste
Du fürchtest, wichtige Menschen zu verlieren oder allein zurückzubleiben.
Oft steckt dahinter eine tiefe Sehnsucht nach Sicherheit, Halt und Verbundenheit.
Generalisierte Ängste
Deine Sorgen haben kein klares Thema, sondern springen von einem zum anderen.
Es fühlt sich an, als würdest du innerlich selten „ganz runterfahren“.
Dein System bleibt in dauerhafter Alarmbereitschaft.
Du kommst nicht zur Ruhe.
auch Schlaflosigkeit sind daraus eine mögliche Folge.
Panikattacken
Plötzlich überrollt dich eine Welle von Angst:
Herzrasen, Schwindel, Atemnot, das Gefühl gleich umzufallen oder zu sterben.
Auch wenn medizinisch alles in Ordnung ist, fühlt es sich in diesem Moment extrem bedrohlich an.
Manche denken, sie hätten einen Herzinfarkt.
Der Unterschied zwischen Angst und einer Unsicherheit
Unsicherheit gehört zu jedem Entwicklungsprozess. Angst geht einen Schritt weiter.
Unsicherheit erlebst du zum Beispiel:
wenn du etwas Neues ausprobierst
wenn du nicht weißt, wie andere reagieren
wenn eine Situation ungewohnt ist
Sie fühlt sich oft so an:
leichte Nervosität oder Kribbeln
innere Fragen wie „Kann ich das?“ oder „Wie komme ich an?“
du kannst noch nachdenken, planen, ausprobieren
sie lässt nach, wenn du Erfahrung sammelst oder mehr Klarheit durch einen Perspektivwechsel bekommst
Angst fühlt sich anders an:
dein Körper schaltet stark auf Alarm:
Herzklopfen, Anspannung, Enge im Brustkorb oder Bauch.
Drei Reaktionen folgen:
Erstarren- Flucht- Angriff
deine Gedanken werden enger, teilweise schwarz-weiß („Gefahr / keine Gefahr“)
du willst Situationen eher vermeiden, statt dich langsam heranzutasten
du merkst vielleicht:
„Ich weiß, mir passiert hier nichts, aber es fühlt sich trotzdem so an.“
„Unsicherheit gehört zu jedem Schritt ins Neue.
Sie zeigt sich als Nervosität, Zweifel oder Kribbeln und wird kleiner, wenn du Erfahrungen sammelst.
Angst geht tiefer:
Dein Körper schaltet auf Alarm, dein Herz rast, deine Muskeln spannen sich an,
Gedanken von Flucht oder Kontrolle tauchen auf.
Auch wenn du weißt: ‚Eigentlich bin ich hier sicher‘, fühlt es sich im Inneren gerade nicht so an.
Wenn dieses über alarmierendes Gefühl sehr häufig,
sehr stark oder ohne passenden Anlass auftaucht, kann es hilfreich sein, genauer hinzuschauen
und dir Unterstützung zu holen, damit dein System wieder lernen darf: Ich bin sicher.“
Und damit sich deine Ängste nicht auf andere Bereiche ausdehnen.
Warum ich Hypnosetherapie bei Angststörungen einsetze:
Für mich ist Hypnosetherapie eine sehr hilfreiche Möglichkeit, das innere Angsterleben bei Angststörungen zu verändern.
In Trance kann dein Nervensystem zur Ruhe kommen, während die belastenden
Bilder, Gedanken und Gefühle behutsam neu verknüpft werden.
So entsteht nach und nach eine andere innere Spur in deinem Neuronalen-Netzwerk.
Weg von Dauer‑Alarm und innerem Katastrophenfilmen,
hin zu mehr innerer Sicherheit und Vertrauen.
Statt die Angst nur „wegzudrücken“ oder zu vermeiden,
bekommt dein inneres Schutzsystem die Chance, neu zu lernen.
Alte Bedrohungsbilder verlieren an Macht, dein Körper reagiert weniger stark
und Erlebnisse können als „vorbei“ einsortiert werden, statt ständig im Hintergrund mitzuschwingen. Viele Menschen erleben, dass die äußeren Situationen später zwar dieselben sind,
aber das Gefühl im Körper plötzlich anders ist: ruhiger, freier, besser handhabbar oder auch neutral.
Gerade weil Angststörungen sich tief im emotionalen Erfahrungsgedächtnis verankern,
erlebe ich Hypnose als einen Weg, der genau dort ansetzt.
Sie öffnet einen Raum, in dem sich das, was sich einmal eingebrannt hat,
auf sanfte Weise lösen, neu ordnen und entlastet werden darf.