Wahre Intimität _ Was ist das eigentlich?

von Carmen Obarowski – 16. April 2026

Derzeit beschäftigt mich das Thema der wahren Intimität.
Wie oft streiten wir, weil wir uns eigentlich Nähe wünschen, es aber so sehr weh tut, dass uns nichts anderes einfällt, als den anderen wegzustoßen?
Wie oft würden wir gern ausdrücken, was wir im Inneren fühlen, es fehlen aber die Worte, um es auszudrücken?
Wie oft, versuchen wir Intimität über Körperlichkeit herzustellen, obwohl das Leben uns gerade einlädt, wahrhaft zu kommunizieren?

Wir sind häufig so schnell damit, andere zu verurteilen, um den Schmerz der eigenen Inkompetenz nicht fühlen zu müssen.

Wir wünschen uns Nähe und haben doch häufig noch gar nicht gelernt, wie genau wir das anstellen.

Durch diese Ersatzhandlungen erzeugen wir dann wieder Verletzungen, die wiederum nicht klar kommuniziert werden können.

Doch was kann hier die Lösung sein?
Ist es möglich, dass wir uns zuerst einmal diese Form der Inkompetenz eingestehen?
Privat als auch beruflich?
Welche Form der Nähe wird möglich, wenn wir uns nackt offenbaren?
Vielleicht ist genau das die Einladung, auf die so Viele von uns derzeit warten.

Dass einer anfängt, damit auch die anderen ihre Masken fallen lassen können.
Sich selbst zeigen, damit auch das Gegenüber sich gesehen fühlen kann.

Es geht nicht darum, alles perfekt zu können.
Wir dürfen anfangen, anzuerkennen, dass wir in unserer Leistungsgesellschaft Vieles gelernt haben, aber keine wahre Intimität.
Sich selbst vertrauen, dem Leben, den Prozessen, um echtes Wachstum zu ermöglichen.

Das wünsche ich mir für uns als Gesellschaft, für die Menschen, mit denen ich arbeiten darf, für meine Liebsten und natürlich auch für mich selbst.