Kann Atmen Antidepressiva-Präparate ersetzen?
von Bettina Rodowski – 05. März 2026Besser schlafen und mehr Klarheit für den Tag.
Diese spezielle Atemübung geht unter die Haut. Vielleicht wird es im Körper sogar warm oder kalt.
Fakt ist allerdings, bei regelmäßiger Anwendung (täglich) dieser Atemtechnik - vor dem Einschlafen und am Morgen - vor dem Aufstehen - noch bevor ihre Social Media Kanäle auf sie einprasseln -, zeigt sich die Wirkung sehr deutlich.
2 x kurz und schnell durch die Nase ein - dann die Luft schnell durch den Mund rauspressen
Vor dem Schlafen gehen:
Setzen Sie sich auf die Bettkante und nehmen 3 ganz natürliche Atemzüge.
Wenden Sie nun die Atemtechnik 3 Minuten lang an.
Erster Atemzug in den Bauch kurz und schnell
Zweiter Atemzug in die Brust kurz und schnell
Luft durch den Mund rauspressen schnell
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Technik korrekt anwenden - es fühlt sich bei den beiden kurzen Einatemzügen an, als würde sich der Oberkörper aufrichten.
Vor dem Aufstehen:
Legen Sie sich auf den Rücken. Hände auf den Bauch legen atmen Sie 3 mal ganz natürlich
Wenden Sie nun die Atemtechnik 3 Minuten lang an.
Erster Atemzug in den Bauch kurz und schnell
Zweiter Atemzug in die Brust kurz und schnell
Luft durch den Mund rauspressen schnell
Es ist möglich, dass Ihnen bei den ersten Malen etwas schummrig wird.
Warten Sie daher ein paar Minuten, bevor Sie das Bett verlassen. Nach 2 bis 3 Tagen, hat sich Ihr Körper daran gewöhnt.
Was während dieser Atemtechnik im Körper geschieht
Wenn wir unsere Atmung bewusst verändern, greifen wir direkt in eines der wichtigsten Regulationssysteme des Körpers ein: das Zusammenspiel von Nervensystem, Hormonen und Stoffwechsel. Die beschriebene Atemtechnik – zwei kurze Einatmungen in Bauch und Brust, gefolgt von einer stoßartigen Ausatmung – verändert innerhalb weniger Atemzyklen die chemische Zusammensetzung unseres Blutes und damit auch die Aktivität unseres Nervensystems.
Durch das schnelle und bewusste Atmen verschiebt sich kurzfristig das Verhältnis von Sauerstoff (O₂) und Kohlendioxid (CO₂) im Blut. Dabei sinkt der CO₂-Gehalt vorübergehend, wodurch sich der pH-Wert des Blutes leicht verändert. Diese Veränderung beeinflusst die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln – ein Grund, warum viele Menschen während der Übung ein Kribbeln in Händen, Füßen oder unter der Haut wahrnehmen. Dieses Phänomen ist in der Atemphysiologie gut bekannt und wird als vorübergehende Reaktion des Nervensystems auf die veränderte Atemchemie beschrieben.
Parallel dazu wirkt die bewusste Atmung auf das autonome Nervensystem, das unsere Stress- und Erholungsreaktionen steuert. Während Stress den Körper in einen dauerhaften Aktivierungszustand („Kampf-oder-Flucht“) versetzt, kann gezielte Atemarbeit den Gegenspieler aktivieren: den parasympathischen Anteil des Nervensystems, der für Regeneration, Entspannung und innere Balance zuständig ist.
Wird dieser parasympathische Zustand aktiviert, verlangsamen sich Herzschlag und Muskelspannung, und der Körper beginnt, Stressreaktionen abzubauen. Viele Menschen beschreiben deshalb nach kurzer Zeit ein Gefühl von innerer Ruhe, Klarheit und körperlicher Leichtigkeit.
Auch im Gehirn lassen sich Veränderungen beobachten. Studien zeigen, dass bewusste Atemrhythmen die Aktivität bestimmter Hirnregionen beeinflussen – insbesondere der Bereiche, die für Emotionen, Aufmerksamkeit und Selbstwahrnehmung verantwortlich sind. Gleichzeitig können Gehirnwellen entstehen, die mit Zuständen tiefer Entspannung und erhöhter innerer Wahrnehmung verbunden sind.
Diese Prozesse erklären, warum bereits wenige Minuten einer solchen Atemtechnik spürbare Effekte auslösen können:
Der Körper schaltet von einem stressgeprägten Funktionsmodus in einen Zustand, der eher mit Regeneration, Ausgleich und innerer Stabilität verbunden ist.
In vielen Atemtraditionen – etwa im yogischen Pranayama oder in modernen Breathwork-Ansätzen – wird genau dieser Mechanismus genutzt. Die bewusste Steuerung des Atems dient dabei als Brücke zwischen Körper, Geist und Emotionen. Über den Atem kann der Mensch Einfluss auf Prozesse nehmen, die normalerweise unbewusst ablaufen.
Regelmäßig angewendet kann diese Form der Atemarbeit daher helfen, körperliche Spannungen zu lösen das Nervensystem zu regulieren mentale Unruhe zu reduzieren und ein tieferes Gefühl von innerer Balance zu fördern.
Der Atem ist damit weit mehr als nur ein automatischer Vorgang – er ist eines der direktesten Werkzeuge, um wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper und einem Zustand innerer Ruhe zu kommen.