Einsatz am Rhein - Aufklärung tut Not!
von Sabine Daufeldt – 28. April 2026Letzte Woche wurden zwei Menschen, angeblich ein Ehepaar, aus dem Rhein geborgen. Es heißt, sie hinterließen einen Abschiedsbrief.
In diesem Fall kommt jede Hilfe zu spät, dabei ließe sich die Realisierung einer solchen Verzweiflungstat in vielen Fällen verhindern. Deshalb nutze ich den Anlass heute, darauf aufmerksam zu machen, wie zwingend nötig kontinuierliche Aufklärung ist, und bitte um Weiterleitung.
Die meisten S* entstehen eher nicht spontan. Betroffene bereiten den Tag X lange vor und durchlaufen davor eine Entwicklung, bevor der Entschluss steht. Aufmerksame Mitmenschen können Verhaltensänderungen oder versteckte Botschaften erkennen. Formulierungen wie "es hat doch alles keinen Sinn mehr", "ich bin nur noch müde, ich will nicht mehr" und ähnliches sollten aufhorchen lassen. Auch eine scheinbare Verbesserung des Gemütszustands nach einer Phase der Krise oder Depression kann darauf hindeuten, dass die betroffene Person einen Entschluss gefasst hat und deshalb Erleichterung empfindet. Auch besondere Aktivitäten, die auf letztes Regeln von Angelegenheiten oder Abschiednehmen hindeuten, sollten stutzig machen.
Der Irrglaube, dass Ankündigungen von S* nicht umgesetzt werden, hält sich hartnäckig – das Gegenteil ist oft der Fall.
Wer einen Verdacht hat, sollte die betroffene Person behutsam auf die eigenen Beobachtungen ansprechen. Häufig wird dies dankbar aufgenommen: Endlich hört mal jemand zu.
Wichtig ist dabei zuzuhören, ohne etwas kleinzureden oder abzutun. Es gilt die Wahrnehmung des Betroffenen! Die beste Frage lautet "Was brauchst Du?"
Bei fortbestehenden S*-Gedanken sollte die Person ermutigt werden, sich Hilfe zu holen. Es gibt viele - auch kostenlose - Angebote. Verlässliche Anlaufstellen findet man auf diversen Internetseiten, vor allem die TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222; im akuten Fall wählt man 112.
Auch für Angehörige, Freunde und das Umfeld gibt es reichlich Aufklärung online. Diese Internetseiten klären detailliert über die Warnzeichen auf und geben Hinweise, wie man am besten mit Betroffenen kommuniziert. Und ganz wichtig ist, dabei und voll präsent bleiben bis ganz sicher die akute Gefährdung ausgeschlossen werden kann.
Möge diese Information dazu beitragen, möglichst viele weitere ähnliche Trauerfälle zu verhindern; jeder einzelne ist die Aktion wert. Bitte weiterleiten!
Den Angehörigen und dem Rettungspersonal mein Mitgefühl!