"Ich bin nicht käuflich!"
von Marcus Woggesin – 24. Februar 2026Als mir eine Therapeutin 500€ Provision bot und ich erschrocken ablehnte!
Manchmal kommt es im Leben anders, als man denkt. Letzte Woche hatte ich einen Präsentationstermin, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird – und das nicht nur wegen der guten Chemie, die zwischen uns herrschte.
Eine Therapeutin hatte sich bei mir gemeldet, interessiert an unserer Community Plattform "therapeut24.de". Sie war begeistert von unserer Vision, Therapeuten und Hilfesuchende zusammenzubringen. Ihre Augen leuchteten, als ich ihr die Möglichkeiten unseres Portals zeigte. Wir lachten, wir diskutierten fachsimpelten über die Zukunft der Therapie-Vermittlung. Ich dachte wirklich: "Wow, die passt perfekt in unsere Community!"
Dann kam der Moment, der mir die Sprache verschlug.
Sie beugte sich vertraulich über den Tisch, senkte die Stimme – als ob uns jemand belauschen könnte – und machte mir ein "Angebot", das ich nicht vergessen werde:
"Ich gebe Ihnen etwas Geld, damit ich bei den Suchergebnissen immer ganz oben angezeigt werde. Und wenn Sie mich aktiv vermitteln – also Anfragen direkt an mich weiterleiten – bekommen Sie von mir 500€ Vermittlungsprovision für jeden Kunden, der dann bei mir landet."
Stille.
Ich saß da, starrte sie an und spürte, wie sich in mir alles zusammenzog. Es war wie dieser Moment, wenn man einen Schluck Wasser trinken will und stattdessen Essig erwischt – dieses scharfe, unangenehme Gefühl, das sich in der Magengegend ausbreitet.
Ich war sprachlos. Absolut sprachlos.
Mein Gehirn raste: 500€ Provision. Pro Kunde. Das wäre einfach gewesen. Einfach zustimmen, lächeln, weitermachen. Keiner hätte es erfahren. Aber ich wusste: Ich hätte es gewusst. Und ich hätte mich jeden Morgen beim Rasieren im Spiegel nicht mehr in die Augen schauen können.
Ich atmete tief durch und sagte: "Nein. Das mache ich nicht. Ich bin nicht käuflich."
Ich sah, wie ihr Lächeln kurz zuckte, als hätte ich ihr eine Ohrfeige gegeben. Wir beendeten das Gespräch höflich, aber ich wusste in dem Moment: Diese Therapeutin wird nicht Teil unserer Community. Nicht um jeden Preis.
Und wisst ihr was? Diese Begegnung hat mich zum Nachdenken gebracht.
Es ist wie auf einem belebten Marktplatz: Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch die Gassen, an jedem Stand duftet es nach frischen Brötchen, nach Kaffee, nach allem Möglichen. Aber einige Händler rufen lauter als andere, drängeln sich nach vorne, schieben andere zur Seite – nur um gesehen zu werden. Und am Ende kaufen die Leute dort, weil sie denken, wer am lautesten ruft, müsse auch die besten Brötchen haben. Aber Qualität? Die bleibt manchmal still in der zweiten Reihe stehen.
Genauso verhält es sich mit Therapeuten und Coaches, die dann sagen: "Ich habe keine einzige Anfrage oder Neukunden durch das Portal erhalten, das bringt mir nichts."
Ja, das bringt nichts – wenn man sich wie auf einem Bahnhof verhält, wo man laut nach Fahrgästen ruft, aber keinen Fahrplan hat. Es bringt nichts, wenn man die Arbeit nicht investiert, die nötig ist: Ein Profil pflegen, Beiträge schreiben, authentisch sein, Zeit investieren.
Unsere Plattform ist wie ein Garten: Ich kann das schönste Stück Land bereitstellen, den Boden düngen, für Sonne und Regen sorgen – aber wenn der Gärtner seine Pflanzen nicht gießt, nicht Unkraut zupft und sich wundert, warum nichts wächst, dann liegt es nicht am Garten. Es liegt am Gärtner.
Oder wie beim Angeln: Ich werfe den Köder aus, aber wenn ich die Angelrute ins Boot lege und mich in die Sonne setze und warte, bis der Fisch mir ins Boot springt, dann werde ich lange warten. Erfolg kommt nicht von allein. Erfolg ist wie ein Scheinwerfer auf der Bühne – man muss erstmal im Licht stehen, bevor das Publikum einen sieht.
Und genau da ist der Unterschied: Die einen wollen sich ins Licht drängeln, mit Geld wedeln, Provisionen bieten. Die anderen setzen auf Qualität, auf Vertrauen, auf echtes Miteinander. Und dann gibt es noch die, die nach der ersten Vorstellung die Bühne verlassen und sich beschweren, dass keiner klatscht – obwohl sie nur drei Minuten gespielt haben.
Ich habe mich für den schwereren Weg entschieden. Für den Weg, der nicht nach schnellem Geld riecht, sondern nach echtem Wert. Für Therapeuten, die verstehen, dass Vertrauen nicht käuflich ist. Dass man nicht ganz oben steht, weil man dafür bezahlt, sondern weil man es verdient hat – durch Kompetenz, durch Herzblut, durch echte Verbindung zu den Menschen.
500€ Provision abgelehnt. Ein leichtes Geld? Vielleicht. Aber ich schlafe nachts ruhig. Und ich weiß: Die Menschen, die wirklich Hilfe suchen, die spüren, wenn jemand echt ist. Die finden ihren Weg – ganz ohne Bestechung.
"therapeut24.de" – da, wo Therapeuten und Hilfesuchende sich begegnen. Nicht mit Geld, sondern mit Herz.